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Ursachen 3. Seelenheil und Rückenschmerz

Das psychologische Belastung auch Ursache für Rückenschmerzen sein kann, ist bereits erwiesen. Wie kommt dies zu Stande? Der Rücken ist aus anatomischer Sicht das tragende Element des Körpers und somit durch körperliche Missstände beeinflussbar. Er stützt uns buchstäblich. So verwundert es nicht, dass er auch durch die psychische Befindlichkeit beeinträchtigt werden kann und unter Umständen mit Schmerzsymptomen reagiert. Man denke doch einfach mal an all die Redensarten, in denen der Rücken direkt oder indirekt eine Rolle spielt: Wenn jemand “kein Rückgrat“ hat, so sagt man ihm damit Schwäche oder auch Verlogenheit (als Ausdruck von Schwäche) nach. Wenn etwas auf dem “Rücken eines anderen ausgefochten“ wird, so bedeutet dies, dass jemand ohne eigenes Zutun durch einen Konflikt oder Umstand belastet wird. Jemandem “in den Rücken fallen“ wird als Redensart für Verrat und Unfairness benutzt.

Man sieht also, dass der Rücken auch im Sprachgebrauch häufig mit Charaktereigenschaften assoziiert wird, die insbesondere auf die Eigenschaften Stärke, Schwäche, Aufrichtigkeit und Standfestigkeit zielen. Also durchaus Charakterzüge, die in der Psychologie eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen.

Schmerztherapeut Wolfgang Bartel äußerte in diesem Zusammenhang Folgendes: „Der Kreuzschmerz ist die gesunde Antwort mündiger Bürger auf eine pathologische Leistungsgesellschaft." Wir leben in einer Gesellschaft, die durch Leistung gekennzeichnet ist. Dies verlangt auch nach dem Leistungsdrang des Einzelnen – und allem, was dieser mit sich bringen kann. Das können Versagens- oder gar Existenzängste sein, alle Arten von Stress, Unzufriedenheit mit dem eigenen Leben, überehrgeiziges Anspruchsdenken durch sich selbst oder das Umfeld.... Die Ursachen sind absolut mannigfaltig.

Eine verkrampfte Rückenmuskulatur ist ein häufiges stressinduziertes Symptom. Man steht buchstäblich und wahrhaftig unter Anspannung. Die innere Spannung überträgt sich auf den Rücken. Wenn der innere Halt gefährdet ist oder beansprucht wird, ist also auch die Konstruktion, die dem Körper Halt gibt, unmittelbar betroffen. Dieses Phänomen wurde in der Stressforschung entdeckt. So reagierten manche Probanden körperlich auf Stressreize, indem sie sich verkrampften.

In Folge davon hat man versucht typische Persönlichkeitsmuster zu ergründen, die zu dieser Rücken verspannenden Reaktion neigen. Wirklich gelungen ist dies bislang jedoch nicht. Als typische Verhaltensmuster wurden allenfalls Eigenschaften wie “mangelnde Konfliktfähigkeit“, “hoher Leistungsanspruch“ und “große Hilfsbereitschaft (ohne selbst Unterstützung anzunehmen)“ ergründet.

Natürlich heißt dass nicht, dass jemand, der mit Verkrampfungen des Rückens auf Stress reagiert, sich von Grund auf ändern müsste. Allerdings ist Stress meist eine Frage der Alltagsgestaltung und –bewältigung. Und an dieser Stelle kann man durchaus gegensteuern. Für den Rücken selbst empfiehlt sich ein ordentliches Maß an Entspannung. Möglicherweise in Form von Massagen oder – gerade bei schlechter psychischer Befindlichkeit – autogenes Training zur bewussten Entspannung.

Es sind also unterschiedlichste Faktoren, die zu Rückenschmerzen führen können. Die Tücken liegen, wie so oft, im Alltag – in der Gestaltung von Arbeitsweise und Freizeitverhalten. Häufig wird rückenschädlich gearbeitet (sei es durch Einseitigkeit oder Überlastung), man sitzt viel im Auto und zu Hause wird dann der Rest des Tages abgesessen. Oder man stürzt sich Hals über Kopf in sportliche Unternehmungen und schadet dem Rücken trotz bester Absichten. Also gilt es, den eigenen Tagesablauf auf Fehlerquellen zu durchleuchten, denn im Grunde genommen sind alle der genannten Ursachen vermeidbar. Gerade im Alltagsverhalten kann viel getan werden, um sich einen gesunden Rücken zu erhalten.

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